Wie Factoring Liquidität sichern kann..
Durch Factoring können sich Unternehmen fortlaufende Liquidität sichern. Denn der beauftragte Factor zahlt die offenen Forderungen seines Kunden unmittelbar nach Rechnungsstellung und übernimmt zudem das anschließende Debitorenmanagement. In den meisten Fällen übernimmt er auch das Ausfallrisiko. Durch Factoring können Unternehmen also ihre Bilanz wesentlich verbessern und sich günstige Konditionen bei Krediten verschaffen. Sie gewinnen an Planungssicherheit und können ohne großes Risiko zukunftsorientiert investieren.
Bereits im babylonischen Reich und im Mittelalter wurde Factoring praktiziert. Im zwanzigsten Jahrhundert wurde Factoring zu einer verbreiteten Geschäftspraxis in den Vereinigten Staaten, und mittlerweile entscheiden sich auch in Deutschland immer mehr Unternehmen für Factoring. In den heutigen Zeiten, die von sinkender Zahlungsmoral und erhöhtem Wettbewerbsdruck geprägt sind, ist Factoring für besonders viele Unternehmen auch des Mittelstands profitabel. Die Factoring-Verträge lassen sich sehr flexibel gestalten.
Üblicherweise wird das sogenannte Standard-Factoring vereinbart, bei welchem der Factor vollen Delkredereschutz gewährleistet und auch die Debitorenbuchhaltung und das Forderungsmanagement übernimmt. Ein grundlegender Unterschied besteht zwischen echtem und unechtem Facoring. Echtes Factoring impliziert vollen Delkredereschutz, beim unechtem Factoring hingegen verbleibt das Ausfallrisiko auf Seiten des Factoring-Kunden. In Deutschland wird nur äußerst selten ein Vertrag über unechtes Factoring abgeschlossen.
Eine weitere grundlegende Unterscheidung besteht zwischen offenem und stillem Factoring. Bei ersterem wird der Rechnungsempfänger über die Kooperation mit dem Factor informiert, während er beim stillen Factoring lediglich eine neue Bankverbindung zur Rechnungsbegleichung mitgeteilt bekommt. Wenn das Debitorenmanagement weiterhin zum Verantwortungsbereich des Factoring-Kunden zählt spricht man von Inhouse- oder Bulk-Factoring. Beim Fälligkeits-Factoring leistet der Factor die Zahlungen an seinen Kunden zu vertraglich festgelegten Zeitpunkten, so dass der Eingang der Außenstände in jedem Fall fest einkalkuliert werden kann. Bei grenzüberschreitendem Geschäftsverkehr in Kooperation mit einem Factor wird ein Vertrag über Import- oder Export-Factoring abgeschlossen. Es besteht auch die Möglichkeit, einem Factor die termingerechte Bezahlung von Lieferanten zu überantworten (Einkaufs- oder Reverse-Factoring).
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